Die Inseln

Madeira

 

                                                                    32°44'N  16°58'W

Madeira ist, wie auch ihre Nachbarn, die Azoren und die Kanarischen Inseln, vulkanischen Ursprungs und zählt mit den Kanaren, den Kapverden und den Azoren zur Gruppe der makaronesischen ("glückseligen") Inseln. Der Madeira-Archipel ist durch einen Hot Spot entstanden. Die Insel ist nur das oberste Viertel des gesamten Vulkansystems. Die Klippen fallen unter der Wasseroberfläche bis zu 4.000 m bis zum Meeresgrund ab. Madeira ist jedoch nicht mehr geologisch aktiv, die letzte Eruption ist etwa 400.000 Jahre her. Der Pico Ruivo ist mit 1.862 m der höchste Gipfel der Insel und zugleich einer der höchsten Berge Portugals. Die Küste von Madeira ist steil und felsig. Westlich von Câmara de Lobos erhebt sich das Cabo Girão, die zweithöchste Steilklippe der Welt (Höhe: 580 m). Madeira verfügt über mehrere Mikroklimata. Im Norden der Insel regnet es häufig, der Süden ist dagegen subtropisch warm. Im Sommerhalbjahr liegt die Insel im Einflussbereich des Nordostpassats, im Winterhalbjahr liegt sie im Westwindgürtel. Die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur schwankt zwischen 19 Grad im Dezember und Januar und 25 Grad im Juli und August. In ausgeklügelten, offenen Bewässerungsanlagen, den Levadas, wird Wasser aus dem regenreicheren Norden in den Süden, zu den Plantagen und Gärten, geführt. Die Berge sind zum Teil stark bewaldet, so weit sie nicht für die intensive Landwirtschaft genutzt werden.   Eine Besonderheit der Pflanzenwelt ist der immergrüne dichte Lorbeerwald (Art: Laurisilva) im Bergland der Insel; er steht seit dem 2. Dezember 1999 auf der Weltnaturerbe-Liste der UNESCO. Einen Überblick über die einheimischen Pflanzenarten kann man sich im Jardim Botânico nahe der Inselhauptstadt Funchal verschaffen. Im Madeira-Archipel sind etwa 143 endemische Pflanzenarten bekannt.

 

 

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Porto Santo

 

                                                                    33°03'N  16°19'W 

Porto Santo ist eine portugiesische Insel im Atlantik, die etwa 43 km. nordöstlich von Madeira liegt. Porto Santo ist etwa 11 km lang und nicht mehr als 6 km breit. Die Bewohner leben überwiegend von der Fischerei und dem Tourismus, für den vor allem der 9 km lange Sandstrand verantwortlich ist. Als die portugiesischen Seefahrer João Gonçalves Zarco und Tristão Vaz Teixeira in den Jahren 1418-1420 das Madeira-Archipel "wiederentdeckten", betraten sie zuerst Porto Santo, um von hier aus eine Besiedlung von Madeira zu prüfen. Ein 1418 ausgesetztes trächtiges Kaninchen vermehrte sich sehr stark, so dass nach ein paar Jahren die ersten Siedler unter einer großen Kaninchenplage litten. 1479 heiratete Christoph Kolumbus Felipa Perestello e Moniz, die Tochter von Bartolomeu Perestrelo, der zu jener Zeit Gouverneur der Insel war und bereits 1420 bei einer Expedition der oben genannten Seefahrer nach Porto Santo dabei war. Kolumbus lebte mit seiner Frau einige Jahre auf der Insel; wie sehr die Pläne für seine späteren Reisen auf Porto Santo entstanden, ist aber nicht ganz klar. Bis ins 18. Jahrhundert wurde Porto Santo immer wieder Opfer von Angriffen englischer, französischer und maurischer Piraten. Zum Schutz wurde auf dem Pico do Facho eine kleine Festung angelegt, von der heute allerdings nichts mehr erhalten ist. Die ersten Besiedler von Porto Santo fanden eine bewaldete Insel mit vielen Drachenbäumen sowie viel Wacholder und Baumheide vor. Starke Rodungen haben dazu geführt, dass Porto Santo heute weitgehend baumlos ist; im Rahmen von Wiederaufforstungsprojekten wurden zwischen Vila Baleira und dem Flughafen viele Bäume neu angepflanzt, die zum Naturpark Porto Santo gehören. Dennoch bleibt der landschaftlichen Gesamteindruck von Porto Santo , gerade im Vergleich mit Madeira, der einer kahlen Insel, was auch mit dem sehr trockenem Klima und der Tatsache, dass es keine Flüsse gibt, zusammenhängt. Die täglich verkehrenden Fährschiffe brauchen für die Strecke von Madeira nach Porto Santo zwischen 2 und 3 Stunden. In den 60er Jahren wurde auf Porto Santo von der Nato ein Flughafen gebaut, der heute als regulärer Flughafen die Insel in 20 min. mit Madeira verbindet, außerdem gibt es Flugverbindungen nach Lissabon und Porto.

 

 

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