Die Geschichte der Azoren

1351 taucht "ein Archipel" erstmals auf einer italienischen Seekarte auf. Wahrscheinlich waren die Azoren gemeint, jedoch ist das Dokument noch unvollständig und ungenau, die Informationen sind vage...

1427 kamen erstmalig die Portugiesen nach der Entdeckung der Inseln Santa Maria und São Miguel auf die Azoren. Henrique o Navegador (Heinrich der Seefahrer) hat die Entdeckung vorangetrieben. Manchmal wird an dieser Stelle auch das Jahr 1432 genannt. Die Zentralinselgruppe sowie Flores und Corvo werden erst rund 20 Jahre später entdeckt.

1493 erreicht Columbus auf seiner ersten Rückfahrt von Amerika die Azoren (Santa Maria). Er wird verhaftet, da man ihn für einen Seeräuber hält. Erst nach einigen Tagen klärte sich der Irrtum auf und Kolumbus durfte zurück auf seinen alten Kontinent segeln.

im 16 und 17. Jh.  wird das Archipel aufgrund seiner geographischen Lage zwischen Europa, dem Orient und Amerika zum Drehpunkt der Schifffahrt. In dieser Zeit kommt es auf der See um die Azoren zu großen Seeschlachten und die Inseln werden Opfer von Angriffen durch Piraten und Freibeuter. Ein schweres Erdbeben zerstört viele Siedlungen.

1580 wird Portugal von den Spaniern fremdregiert. Viele Azoreaner weigern sich aber den neuen Herrscher anzuerkennen. Besonders auf Terceira. Dort kommt es 1581 auch zu einer Schlacht, bei der die Insulaner den Spaniern überlegen bleiben. 1582 landet dann der gestürzte portugiesische König auf São Miguel. Seine Truppen werden kurz darauf (dann doch) von den Spaniern besiegt.

1640 wird Portugal wieder unabhängig.

Um 1770 degradiert Pombal (Handlungsfähiger Minister, der Portugal nach dem schweren Erdbeben von 1755 wieder aufbaute) die Azoren zur Kolonie.

Ab 1800 werden Orangen, Tee und Tabak sehr erfolgreich angebaut. Die Azoreaner erleben eine Epoche des (kleinen) Wohlstandes.

Ab 1846 verkehren Dampfschiffe, später auch zwischen den Kontinenten. Sie machen Station auf den Azoren, vor allem um Kohlen für die Heizöfen zu laden.

1893 werden erste Telekommunikationskabel über die Azoren (Faial) nach Amerika verlegt. Die Telefonie wird zunehmend wichtiger und bringt die Inselgruppe oft in die Schlagzeilen. Die Azoren werden zum Knotenpunkt zwischen den Kontinenten, zwischen der alten und der neuen Welt.

1919 landet das erste Wasserflugzeug vor Faial (Horta). Mit zunehmendem Schiffsverkehr, der Fliegerei und einem Militärstützpunkt der Amerikaner ist es nun fast lebhaft auf den Azoren. Trotzdem bleiben die Menschen recht arm. Viele junge Leute emigrieren nach Amerika.

1936 Faial wird von der Lufthansa als Transantlantik-Zwischenstop (nach New York) angeflogen. Der 2. Weltkrieg bahnt sich jedoch schon an. Die Azoren dienen als Luftwaffenstützpunkt der Alliierten, übrigens bis weit nach dem Krieg.

1957 kommt es zu einem schweren Vulkanausbruch auf Faial. Ein Dorf wird unter Tonnen von Asche verschüttet und die Insel erweitert sich um ein bizarres Landstück aus Lavagestein, Erde und Asche.

1975 werden die Azoren, nach der portugiesischen Diktatur unter Salazar, endlich autonom und stellen eine eigene Regierung. 1976 tritt die demokratische Grundverfassung in Kraft. Allerdings bleibt der Archipel portugiesisches Staatsgebiet.

1980 kommt es zu einem schweren Vulkanausbruch auf der Zentralinselgruppe. Sehr viele Häuser werden stark beschädigt, Angra do Heroísmo wir praktisch völlig zerstört.

1981 wurde der Walfang abgeschafft.

1998 erschüttert nochmals ein schweres Erdbeben die Azoren. Wirklich schwer trifft es diesmal nur Faial. Die Menschen werden nachts von dem Erdbeben der Stärke 5,8 auf der Richterskala überrascht. Etwa 10 Menschen starben, über 1000 wurden obdachlos, es gab viele Verletzte und mehrere hundert Häuser waren binnen Minuten zerstört. Die schweren Schäden an vielen Häusern sind bis heute zu erkennen. 

 

 

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